Roti und Rum bei Merle

Ich bleibe erstmal bei exotischerem Essen.

Diesmal geht es um die Küche eines kleinen Inselstaates in der Karibik: Trinidad and Tobago. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten jetzt nicht gleich wissen, was dort so gekocht wird... So ging es mir auch, deswegen war ich bei meinem Besuch im Merle's Roti & Rum in der Yorckstraße sehr gespannt, was mich wohl erwarten würde.

Die Speisen auf der Karte erinnern an die afrikanische, aber auch an die indische und natürliche die karibische Küche. Deutlich sind die Spuren von Eroberung, Migration und Kolonisation, die Trinidad and Tobago durchlaufen hat.

 

Bei Merle's Roti & Rum sind die Spezialitäten des Hauses, denke ich, nicht allzu schwer zu erraten: Roti und Rum.

Roti sind Teigfladen, die beispielsweise an indisches Naan-Brot erinnern. Es gibt sie auf zwei verschiedene Arten: entweder gedämpft, mit geschälten Erbsen und geröstetem Kümmel gefüllt - Dhalpori gennant - oder leicht knusprig, ohne Füllung - der Bass-Up-Shot.

Die Auswahl an Rum und Drinks auf Rum-Basis ist groß hier, für Liebhaber auf jeden Fall interessant. Zum Essen trinke ich allerdings einen hausgemachten Ginger-Drink, den man übrigens auch mit Shot bekommen kann. Meine Begleitung wählt ein Bier aus Trinidad and Tabago, auch alkoholfrei. Mein Getränk ist wirklich scharf, aber ich mag's. Das Bier erinnert vom Geschmack her an Corona, angenehm fruchtig.

Als Vorspeise bestellen wir eine Art Blätterteig mit Kartoffelpüree gefüllt. Schmeckt lecker, haut uns aber nicht um. Cremig und mild ist das Püree, der Chili-Tomaten-Dip dazu ist dafür umso würziger und sehr scharf.

Zur Hauptspeise probieren wir natürlich beide Roti-Sorten, einmal das Gerollte und einmal das Flache. Kartoffel-Kichererbsen-Curry und das Curry mit Rind wählen wir dazu.

Scharf bedeutet hier wirklich scharf. Es ist eine andere Schärfe als beim Koreaner beispielsweise, doch für mich ist sie schwerer zu ertragen.  Es brannte zwar noch kein Feuer in meinem Mund, doch ohne das Roti hätte ich es nicht essen können.

Mein Kartoffel-Kichererbsen-Curry schmeckt in erster Linie nach seinen Zutaten, eine besondere Gewürzmischung kann ich nicht erkennen. Genauso beim Rind.

Wie bei Hummus, isst man eigentlich mit den Händen und benutzt das Brot als Löffel. Im Gegensatz zu Pita ist Roti allerdings etwas fettiger und schwerer und schmeckt allein auch nicht so gut wie Pita-Brot pur. Trotzdem mag ich mein Essen. Etwas ganz neues, das finde ich immer seltener.

Einen wirklich interessanten Besuch nenne ich es. Wieder was gelernt.

Mein Essen schmeckt mir, außerdem wirkt es sehr authentisch - in jedem Falle eine Bereicherung.

Wer seinen kulinarischen Horizont auch immer gern erweitert, sollte bei Merle's Roti und Rum unbedingt mal zu Abend essen.

Merle's Roti & Rum

Yorckstraße 22

10965 Berlin

Dienstag bis Samstag von 16 bis 22:30 Uhr geöffnet

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